Gestaltung von Grabmalen und Gräbern
Viele Gräber auf unserem Friedhof werden mit viel Liebe gestaltet und gepflegt. Das prägt das Bild unseres Friedhofes. Die nachfolgenden Anregungen dienen nicht dazu eine vorhandene Grabstelle in ihrem Äußeren zu kritisieren. Mit diesen Gedanken, die in unserer Friedhofsordnung verankert sind, soll das Gesamtbild des Friedhofes gefördert werden. Es würde uns freuen, wenn Sie aus den nachfolgenden Gedanken eigene Anregungen zum Gestalten einer Grabstelle mitnehmen könnten.
Ein Friedhof sollte den Charakter einer Grünanlage haben und keine Steinwüste sein. Der Baumbestand betont den Charakter der Anlage. Er schafft Ruhe und verleiht dem Ort Würde. Der Friedhof soll Raum schaffen für Andacht, Meditation und Erinnerung. Dem Grabmal kommt unter diesem Aspekt besondere Bedeutung zu. Ein Spruch auf dem Grabmal sollte die Friedhofsbesucher ansprechen und ihnen helfen, Hoffnung zu finden.
Beispiele:
- "Die Liebe ist größer als der Tod"
- "Herr Dir in die Hände sein Anfang und Ende, sei alles gelegt."
- "Ich lebe und ihr sollt auch leben." Joh 14.19
- "Meine Zeit steht in deinen Händen."
Sprüche, die nur das Schwere, was mit dem Tod verbunden ist, ansprechen sind weniger geeignet.(Beispiele: "Unvergessen"; "Schicksal, wie bist du hart").
Der Grabstein sollte das Gespräch mit dem Besucher aufnehmen, nicht das Gespräch der Hinterbliebenen mit dem Toten wiedergeben (Negativbeispiel: "Du wirst uns immer fehlen").
Die Schriftgestaltung sollte bewusst ausgewählt werden. Die Schriftart, die Schriftform (erhabene im Gegensatz zur vertieften Schrift) kann auch eine Aussage zum Leben des Verstorbenen sein. Die Schrift sollte unbedingt aus dem gleichen Material wie das Grabmal selbst sein. Naturbelassene Schrift wirkt viel ruhiger als Goldschrift oder gar erhabene Bronzeschrift.
Symbole dienen der Meditation und laden ein, am Grab zu verweilen.
Typische Beispiele:
- Kreuz mit Blättern (Sieg über Sünde und Tod; Ursache des Lebens)
- Knoten (Symbol der Verflochtenheit, irdische Gebundenheit, Erlösung durch Christus)
- Lebensbaum (Sinnbild des Lebens)
- Weinstock mit Reben (Sinnbild des Glaubens, Vertrauen und Bindung zu Christus, Lebensfülle)
- Blumen (Sinnbild für entfaltetes und erfülltes Leben)
- Lebensspirale (ständig sich erneuerndes Leben, Erlösung durch Christus)
- Kreuz mit Ähre (Auferstehungszeichen, Sinnbild der Lebensernte)
Das Material der Grabmale sollte so natürlich, wie möglich sein. Ein einheimischer Naturstein ist das häufigste Material. Auf kostbares Exportgestein sollte trotz aller Angebote unserer Steinmetzen verzichtet werden, da der Friedhof als Ganzes dann recht bunt und unruhig wirkt und sich schlecht ins übrige Landschaftsbild fügt. Hochglanz der Oberfläche ist pflegeaufwendig, wirkt unnatürlich, aufdringlich und bringt auf den Friedhof unruhige Spiegeleffekte. Neben dem Grabstein gibt es noch Möglichkeiten eines Grabmales aus Metall oder Holz(Eiche überdauert die Liegezeit eines Grabes durchaus). Durch die Wahl des Materiales kann wiederum zum Leben oder Beruf des Verstorbenen eine Verbindung geknüpft werden.
Gestaltung der Grabmale:
Für die Größe der Grabmale gibt es technische Begrenzungen, je nachdem, ob Wahl- oder Reihengrab, Kinder- oder Erwachsenengrab, Urnenstelle oder Erdbestattung, Einzel oder Doppelgrab.
Schlanke Grabmale sind breiten vorzuziehen. Sie lockern das Bild des Friedhofes auf und betonen nicht die Erdenschwere.
Das Grabmal selbst kann in seiner Form bereits ein Symbol sein, z.B. die Form einer Krone haben, auf dem dann der Spruch "Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben" zu lesen ist.
Allseitige und gleichmäßige Bearbeitung ist vorzuziehen. Das Grabmal sollte von allen Seiten schön aussehen.
Auf grellweiße und tiefschwarze Grabmale sollte verzichtet werden. Sie stören ein harmonisches gedämpftes Bild des Friedhofes.
Grabmale können aus einem Stück (ohne Sockel) hergestellt werden. Der Sockel trennt das Grabmal vom Grab - die Einheit geht dadurch verloren.
Heimatliche Werkstoffe sollten den Vorrang haben. Sie passen ohnehin in die Landschaft.
Verzichtet werden sollte auf Beton, Glas, Emaille, Kunststoff, Lichtbilder, Gold, Silber und Farben.
Bruchrauhe, scharfkantige Steine (Spaltfelsen - Gehwegplatten!) wirken störend.
Auf Findlinge als Grabmal sollte verzichtet werden, da sie sich schwer der Persönlichkeit und dem Friedhof anpassen lassen.
" Ein Grabmal darf nicht anonym sein. Die Inschrift sollte persönlich sein, möglichst mit Namen, Geburtstag und Sterbetag."
Bei der Gestaltung von Gräbern sollte überlegt werden, ob auf eine sichtbare Einfassung verzichtet werden kann. Sichtbare, starke Einfassungen symbolisieren Abgrenzung. Auf dem Friedhof, durch den Tod kommen an sich menschliche Grenzen ins Schwimmen. Das sollte auch in der Gestaltung des Friedhofes sichtbar werden. Einfassungen, die über die Erde hinausragen sind nicht nötig. Durch die Grundbepflanzung kann das Grab gerahmt und auch ein Bild eines Hügels erreicht werden.
Auf Steine, Granulat und Sand als Graboberfläche sollte prinzipiell verzichtet werden. Zum einen, weil es unnatürlich wirkt, zum anderen soll das Grab nicht einen offenen Eindruck machen. Es soll darauf Lebendiges wachsen.
Bei der Bepflanzung eines Grabes gibt es mittlerweile eine Unzahl von Möglichkeiten. Als pflegeleicht hat sich Grundbepflanzung mit bodendeckenden Gehölzen erwiesen. Dabei können unterschiedliche Pflanzen, die miteinander harmonieren, verwendet und eine kleine Fläche eingearbeitet werden, die das Jahr über wechselnd bepflanzt wird.
Die vier Vegetationszeiten im Jahreslauf sollten dabei an den Pflanzen abzulesen sein. (z.B. Frühjahr Zwiebelgewächse, Sommer - blühende Stauden, die im Herbst dann Fruchtstände tragen. So ist bereits die Grabstelle durch die Grundbepflanzung das ganze Jahr über interessant.
Auch bei der Bepflanzung kann wie beim Grabmal ein Bezug zur bestatteten Person geschaffen werden (Lieblingspflanzen, Pflanzen, die zum Geburts- oder Todestag blühen...). Bäume und großwüchsige Sträucher passen nicht auf eine Grabfläche. Deshalb muss eine Mindesthöhe gewahrt bleiben. Bepflanzung und Material des Grabsteines sollten zueinander passen.
Schnittblumen und Schalen bedürfen der regelmäßigen Pflege. Sie wirken auch ganz anders als auf das Grab gepflanzte Blumen.
Beim Erwerb einer Grabstelle sollte die Art der Grabstelle (Reihengrab, Wahlgrab, Urnenstelle...) und die Größe (Einzel oder Doppelstelle) gründlich bedacht sein. Die Belegungsmöglichkeiten sind immer begrenzt und je nach Art und Größe unterschiedlich.
![[Zur Startseite]](css/kirche/background/kopf.png)














